Unternehmen
Unternehmen
Aktuelles | 5. September 2019

Nach dieser neuen Zertifizierung sollten Gerüstbau-Kunden fragen, bevor sie einen Auftrag an ein Unternehmen vergeben

Sind wir eigentlich ein erfolgreiches Unternehmen?

Diese Frage haben wir uns vor einiger Zeit während eines Führungsmeetings gestellt. Und sind schließlich zu einer Antwort gekommen, die Sie ebenso überraschen wird, wie sie uns überrascht hat.

Die erste, spontane Antwort aus unserer Runde lautete: Natürlich ist die Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH ein erfolgreiches Unternehmen.

Wir machen Gewinne, wir haben Wachstum bei Aufträgen und Mitarbeitern. Unsere Kunden sind begeistert. Kurz: Alles, was ein erfolgreiches Unternehmen auszeichnet.

Trotzdem waren wir mit dieser Antwort doch noch nicht so ganz glücklich.

Wir fragten uns: Ist der finanzielle Gewinn heute tatsächlich das einzige Kriterium für den Erfolg eines Unternehmens? Besonders in Zeiten, in denen man immer wieder hört, dass es vielen Unternehmen nur deshalb gut geht, weil sie auf Kosten anderer leben.

Wir sprechen vom Raubbau an der Umwelt, der Klimakrise, immer mehr Stress und Konkurrenzdruck, aber auch von Billiglohnfertigung und miserablen Arbeitsbedingungen bei ausländischen Lieferanten.

An diesen Qualitätskriterien muss sich der Gerüstbau in Zukunft messen lassen

Sollten wir also unseren Kriterienkatalog für den Erfolg unseres Unternehmens nicht wesentlich erweitern? Sprich: Den finanziellen Erfolg mit anderen Faktoren gegenrechnen – wie etwa der Nachhaltigkeit, dem ökologischen Fußabdruck, der sozialen Verantwortung und der Mitbestimmung?

Schließlich kamen wir zu dem Schluss: Wir müssen tatsächlich herausfinden, wie gut wir als Unternehmen gegenüber dem Gemeinwohl dastehen. Sonst können wir unmöglich davon sprechen, erfolgreich zu sein.

Also haben wir uns auf die Suche gemacht. Und dabei festgestellt, dass wir mit unseren Überlegungen nicht alleine sind.

Es gibt eine wachsende Zahl von Unternehmen, Institutionen und Kommunen, die ähnlich denken wie wir.

Inzwischen ist sogar eine europaweite Bewegung daraus entstanden: Die Gemeinwohl-Ökonomie rückt an Stelle von Gewinnmaximierung andere Werte in den Vordergrund: soziales Miteinander, Vertrauen und Wertschätzung, verantwortungsvolles Verhalten und demokratische Mitbestimmung.

Und es wurden mittlerweile ausgefeilte Werkzeuge entwickelt, um ein Unternehmen zuverlässig nach diesen Vorgaben zu bewerten.

Wie das funktioniert? Ein evaluiertes Unternehmen erhält in jeder Kategorie eine Anzahl von Punkten – je nachdem, wie gut es sich in einer Disziplin schlägt. Diese Punkte werden zusammengezählt. Das Endergebnis zeigt dann, wie gut das Unternehmen in der Gemeinwohlbilanz abschneidet.

Was uns ebenfalls begeistert hat: In die Bewertung fließen nicht nur die Ergebnisse aus dem Unternehmen selbst. Auch alle am Wirtschaftsprozess beteiligten Partner wie Kunden, Lieferanten und Finanzdienstleister werden in die Evaluation mit einbezogen.

„Dieser Herausforderung müssen wir uns unbedingt stellen“, so die einstimmige Meinung in der Führungsrunde „Damit verschaffen nicht nur wir uns Klarheit. Auch unseren Kunden und Partnern können wir zeigen, dass sie mit einem verantwortungsvollem Unternehmen zusammenarbeiten.

Verantwortungsvolle Gerüstbauer arbeiten nur mit ebenso verantwortungsvollen Partnern zusammen

Im Moment sind wir nun damit beschäftigt, alle erforderlichen Daten für die Ermittlung unserer Gemeinwohlbilanz zusammenzutragen.

Und wie gesagt kommt es dabei auch auf die Mitarbeit unserer Kunden und Partner an. Viele von ihnen haben wir bereits gebeten, uns die nötigen Informationen zur Verfügung stellen.

Einige von ihnen sind im Moment noch zurückhaltend, ihre Daten offenzulegen. Das können wir verstehen: Absolute Transparenz und soziale Verantwortung, so wie sie die Gemeinwohl-Ökonomie fordert, sind innovative, ja sogar umwälzende Zukunftsthemen. So etwas muss in einem Unternehmen intensiv diskutiert werden, bevor Geschäftsdaten herausgegeben werden.

Umso gespannter sind wir, welches Ergebnis wir am Ende erzielen. Und wir wollen auch hier als Mutmacher fungieren. Unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft verändern sich gerade rasant. Wer in Zukunft als Unternehmen vorne bleiben will, muss sich neuen Ideen wie der Gemeinwohl-Ökonomie stellen.

Wir werden Sie jedenfalls auf dem Laufenden halten, wie unser Projekt „Gemeinwohlbilanz“ voranschreitet.

Und falls Sie schon vor dem offiziellen Ergebnis mehr darüber erfahren wollen, wie wir es schaffen, im Gerüstbau zugleich verantwortungsbewusst als auch gewinn- und kundenorientiert zu handeln – dann sprechen Sie uns einfach an.