Ein Baum, geht um die Welt
Aktuelles | 26. September 2019

Ein Baum geht um die Welt

Die Amerikanische Gleditschie ist der Superstar unter den Bäumen. Von Bienen geliebt, in der Holzwirtschaft verehrt und im Garten bewundert erobert der Baum nun auch das heimische Straßenbild. Kein Wunder, dass der Superbaum sich auf Welttournee begibt, denn viele seiner Eigenschaften sprechen für ihn.

Ein Baum mit vielen Namen

Die Beliebtheit der Amerikanischen Gleditschie drückt sich deutlich in den unterschiedlichen Namen aus, unter denen der Baum hierzulande bekannt ist. Neben der botanischen Bezeichnung Gleditsia triacanthos wächst er im deutschen Sprachraum unter Bezeichnungen wie Lederhülsenbaum, Honigdorn, Dreidornige Gleditschie oder Falscher Christusdorn.

An den Namen erkennen selbst unerfahrene Gärtner die hervorstechenden Eigenschaften des beliebten Baumes. Lange, ledrig-braune Hülsen zieren ihn genauso wie verzweigte Bündel aus scharfen Dornen entlang seines Stammes. Süßen Duft umgibt den Honigdorn zur Blütezeit, wenn er den Bienen jede Menge frischen Nektar und wertvollen Pollen zur Verfügung stellt.

Fein gefiedertes Laub und spiralförmige Hülsen

Als Gartenbaum ist die Amerikanische Gleditschie vor allem wegen ihrer charakteristisch verdrehten Hülsenfrüchte und der lichtdurchlässigen Krone beliebt. Letztere lässt ausreichend Licht für weitreichende Unterpflanzungen hindurch, was ihre Pflanzung selbst in beengten Gärten zulässt.

Der Lederhülsenbaum leuchtet zur Blütezeit in hellem Grün, das sich im frühen Herbst in ein zartes Goldgelb verwandelt. Bis zu 45 Zentimeter lang hängen die Hülsenfrüchte zwischen den Zweigen herab. Sie weisen Vögeln und kleinen Säugetieren den Weg zu einem leckeren Festmahl, da die ledrigen Früchte im Gegensatz zu den Blättern essbar sind.

Tolerant gegen Umweltgefahren

Bis zu 40 Meter Höhe erreicht die Gleditschie, mit einer Kronenbreite von 8 – 20 Metern. Das harte, haltbare Holz stellt in ihrem Ursprungsland einen festen Bestandteil der amerikanischen Holzindustrie dar. In Europa sind jedoch ihre weiteren Eigenschaften der Grund für ihre zunehmende Verbreitung.

Der bienenfreundliche Baum ist tolerant gegen Luftverschmutzung und Streusalz. Er verträgt starke Hitze und lange Trockenzeiten ebenso gut wie eine gelegentliche Überschwemmung. Zudem ist er winterhart und wächst in jungen Jahren rasant in die Höhe. Selbst nährstoffarme und sandige Böden bieten der Gleditschie genügend Grundlage für ihr Wachstum. Dornenlose Varianten eignen sich daher hervorragend als Straßenbäume und zur Begrünung von Fußgängerzonen.

Bepflanzung an Alleen und Kreisstraßen

In Südeuropa gilt die Amerikanische Gleditschie mittlerweile als eingebürgert und auch in Mitteleuropa hat sie den Status als reiner Gartenbaum längst verlassen. Seine Toleranz gegenüber Umwelteinflüssen macht den widerstandsfähigen Baum zur ersten Wahl bei Mischbepflanzungen an Alleen und Kreisstraßen.

Bis Ende 2019 sollen allein im Kreis Elbe-Elster entlang der Straßen auf 7400 m² Fläche neue Blühstreifen entstehen, auf denen die Amerikanische Gleditschie und heimische Kräuter den Bienenrückgang in Deutschland bekämpfen. Ein wichtiger Schritt zur Landschaftsgestaltung und zum Umweltschutz. Bleibt nur zu hoffen, dass viele Landkreise in Deutschland diesem Beispiel folgen werden.