Aktuelles | 23. Juli 2018

Das Hängegerüst – höchste Sicherheit beim Gerüstbau über dem Abgrund

Wer an den Gerüstbau denkt, hat meist stabile Fassadengerüste, sichernde Stützgerüste oder hilfreiche Treppengerüste im Sinn. Was passiert aber, wenn über Flüssen der tragende Untergrund fehlt oder fließender Verkehr den Boden für den Gerüstbau blockiert? Dann greift der Gerüstbauer zum Hängegerüst, dem Trapezkünstler unter den Gerüsten. Besondere Vorsicht und eine Vielzahl an Sicherungsmaßnahmen gelten für die schwierigen Arbeiten am und auf dem Hängegerüst.

Unter Brücken und Dächern

Die gewissenhafte Prüfung der Tragfähigkeit des Untergrunds ist ein wichtiger Schritt bei der Planung eines Gerüstes. Fließendes Wasser oder der Verkehr auf viel befahrenen Straßen verhindert jedoch, dass unter Brücken der Boden dem Gerüst seinen nötigen Halt gibt. Hier stellt sich der Gerüstbau auf den Kopf und bringt die Arbeitsplattform als Hängegerüst an dem Bauwerk an.

Der Gerüstbau erfolgt bei einem Hängegerüst so, dass das Arbeits- oder Schutzgerüst an Rundstahlketten, Stahlhaken oder Drahtseilen hängend angebracht wird. Größte Vorsicht ist bei der Sicherung gegen Pendelbewegungen geboten, damit Stürze vom Gerüst und das Abrutschen der Konstruktion ausgeschlossen werden. Der Gerüstbauer muss dafür eine ganze Reihe von Schutzmaßnahmen und Prüfungen durchführen, welche die Plattform zum sicheren Arbeitsplatz in schwindelerregender Höhe macht.

Schutzmaßnahmen

Der Gerüstbau für ein Hängegerüst ist ein fordernder Job für Spezialisten und darf daher nur von fachlich geeigneten Beschäftigten unter Aufsicht einer fachkundigen Person durchgeführt werden. Eine Herausforderung stellt vor allem die Einhaltung der vielen Schutzmaßnahmen dar, die ein Facharbeiter beim Errichten der scheinbar schwebenden Plattformen zu beachten hat.

Materialanforderungen und Mindestabmessungen für Quer- und Längsriegel muss er beachten und für Drahtseilendungen besondere Sicherungen anbringen. Offene Haken hat er gegen Aufbiegen und Aushängen zu sichern und durch geeignete Maßnahmen Pendelbewegungen zu minimieren.

Mit einem seitlichen Schutz verhindert er das Verrutschen und Kippen des Belages. Mit Geländerholm, Zwischenholm und Bordbrett an allen Seiten verhindert er den Absturz von Arbeitern. Für die Arbeiter sind zudem sichere Zugänge und Aufstiege zu erstellen und Planen und Netze statisch nachzuweisen. Viel Mühe, die ein Gerüstbauer für einen sicheren Arbeitsplatz auf sich nehmen muss.

Die Prüfungen – doppelt hält besser

So umfangreich die Schutzmaßnahmen sind, so gewissenhaft stellen sich auch die Prüfungen für die Übergabe an den Auftraggeber dar. Die Prüfungen für eine geregelte Übergabe vom Hängegerüst ist in zwei Zuständigkeiten aufgeteilt: die Prüfung durch den Gerüstersteller und die Prüfung durch den späteren Benutzer.

Die Prüfung des Hängegerüsts durch den Gerüstersteller erfolgt nach der Fertigstellung und vor der Übergabe an den Benutzer. Sie ist den Vorschriften nach gemäß von einer Person durchzuführen, die zur Prüfung befähigt ist. Über den ordnungsgemäßen Zustand erstellt der Gerüstbauer ein Nachweis-Protokoll.

Die Prüfung durch den Benutzer erfolgt noch vor der Verwendung. Eine fachkundige Person nimmt dazu das gesamte Hängegerüst in Augenschein und begutachtet die Arbeit des Gerüstbauers. Die sichere Funktion des Gerüstes beurteilt der Prüfer anhand einer Nachweis-Checkliste.

Erst nach beiden Prüfungen gilt der Gerüstbau als abgeschlossen und das Hängegerüst kann als Arbeitsplattform in Betrieb genommen werden. So sind die darauf arbeitenden Inspekteure oder Bauarbeiter optimal gesichert.